Im Rahmen der Hormon-Substitution, d.h. bei der Gabe von Hormonen, wie zum Beispiel Progesteron oder Testosteron, stellt sich für den Verordner die Frage, ob die Gabe transdermal oder oral erfolgen soll. Fällt die Wahl auf die transdermale Applikation, sind für den Anwender verschiedene Dinge zu beachten, damit die Therapie erfolgreich verläuft und die Wirkung des Hormons vollends ausgeschöpft wird. Die Effektivität des Hormons ist entscheidend von dem Parameter der Penetration, dem Eindringen in die Haut, abhängig. Und der Schlüssel zur verbesserten Penetration sind Liposomen, die als Wirkstoff-Carrier fungieren und das Hormon tief in die Haut, bis zur Blutbahn befördern, damit der Wirkstoff systemisch, also im gesamten Körper über den Blutkreislauf wirken kann. Diese Liposomen finden sich in unseren Rezepturen und den Tipps für Anwender wider.

Was ist "natürliches", bioidentisches Progesteron?

Das Hormon Progesteron wird nicht von Menschen gewonnen. Hierzu wird eine Pflanze aus der Natur (Yamswurzel) benutzt. Aus einem ihrer Inhaltsstoffe, dem Diosgenin, wird „bioidentisches“ Progesteron hergestellt, d.h. ein Progesteron, dessen Molekülstruktur und Verhalten genauso wie das in den Eierstöcken selbst produzierte Progesteron ist.

Wie wird das bioidentische Progesteron angewandt?

Es gibt sehr viele Anwendungsgebiete für Progesteron! Vor allem findet das Hormon Einsatz zum Lindern der Beschwerden in den Wechseljahren, aber auch als Schutz vor Gebärmutterkrebs, als natürliches Antidepressivum, zur Unterstützung der Schilddrüsenhormone und äußerlich angewandt gegen Falten hat sich bioidentisches Progesteron bewährt.

Wechseljahre

Anwendung bei Frauen mit noch bestehenden Blutungen / regelmäßigem Zyklus:
Beginn der Progesteron-Gabe in der Zyklusmitte 10 – 15. Tag und Anwendung bis zum Eintritt der Regelblutung. Wir empfehlen das Führen eines Regelkalenders. Nach Eintritt der Blutung erfolgt eine Anwendungspause von 10 Tagen und die Gabe beginnt erneut.
Bei Frauen, die sich bereits in der Menopause befinden, gibt es 2 Varianten:
1. niedrige Progesteron-Gaben abends ohne Unterbrechung
2. Methode Dr. Lee: rhythmisches Auftragen über 3 Wochen, anschließend eine Woche Pause

Müssen auch während der Behandlung Hormonkontrollen durchgeführt werden?
Es sollte wenigstens eine Hormonkontrolle 4 – 12 Wochen nach Beginn der Hormontherapie erfolgen. Hierbei kann individuell nach anamnestischen Daten gemeinsam mit den Laborwerten die Therapie mit minimalster Dosierung angepasst werden.


Anwendungsort

An dünnen Hautstellen wie Dekolleté, Brustbereich, Stirn aber auch Innenseite der Oberarme und der Oberschenkel ist es empfehlenswert. Auch über die Handinnenflächen erfolgt eine Resorption. Daher nicht gleich Händewaschen, sofern sie nicht mit Essen oder Personen in Berührung kommen. Die Regionen können gewechselt werden. Das abendliche Auftragen ist empfehlenswert. Nicht direkt nach der Anwendung baden, duschen oder in die Sauna gehen. Die Menge, die aufgetragen wird, richtet sich nach der Stärke der Progesteron-Zubereitung und der vom Therapeuten entschiedenen Dosierung.

Was ist zu beachten?

Überempfindlichkeiten gegen einen der Inhaltsstoffe beachten- es empfiehlt sich ein erstmaliges Auftragen der Zubereitung am Abend in der Armbeuge und Überprüfen des Hautareals am nächsten Morgen auf Rötungen. Gleichzeitige Anwendung anderer topischer Zubereitung an den betroffenen Hautarealen ist nicht zu empfehlen, ebenso wie direkte Sonneneinstrahlung.

Mögliche Nebenwirkungen

Gelegentlich können Schwindelgefühl, Sehstörungen, Kopfschmerzen und Müdigkeit auftreten. Selten: Schmerzen und Spannungsgefühl in den Brüsten. Diese Nebenwirkungen können auch Zeichen einer Überdosierung sein und sollten bei Dosisreduzierung verschwinden. Bitte halten Sie bei Nebenwirkungen Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Wechselwirkungen

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können. Bei gleichzeitiger Einnahme von Progesteron und Barbituraten, Antiepileptika (wie Carbamazepin, Primidon oder Phenytoin) sowie Rifampicin (Wirkstoff zur Tuberkulose-Therapie) kann die Wirkung des Hormons aufgrund eines beschleunigten Abbaus vermindert sein. Eine Behandlung mit Progesteron-haltigen Arzneimitteln kann eine Dosisanpassung von oralen Antidiabetika oder Insulin erfordern. Bei der äußerlichen Anwendung von Progesteron auf der Haut sind keine Wechselwirkungen zu erwarten. Beim Einsatz in der Scheide sollten keine anderen örtlichen Medikamente gleichzeitig angewendet werden. Medikamente, die den Leberstoffwechsel beeinflussen, wie z.B. hochdosiertes Johanniskraut, können die Abbaugeschwindigkeit von Johanniskraut beeinflussen. Hier ist eine individuelle Anpassung der Dosierung von ärztlicher Seite notwendig.

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